Die originalen Dokumente rund um die schicksalhafte Reise der Bounty,
ins Deutsche übersetzt.

 

Die Geschichte in Kürze


Der Grund der Reise war es, nach Tahiti zu fahren um die Brotfruchtpflanze zu holen, um sie auf den West Indischen Inseln anzupflanzen und eine billige Nahrungsquelle für die Sklaven der Englischen Landwirte dort zu haben.

Nach vielen Verspätungen durch Bürokratie und Wetter, setzte die Bounty von Spithead, England aus, am 23. Dez. 1787 die Segel. Ihre Befehle waren, über Kap Horn nach Tahiti zu segeln, aber wegen der Verspätungen beantragte Lt. William Bligh wahlweise auch den Weg über das Kap der guten Hoffnung segeln zu dürfen, falls das Umrunden von Kap Horn wegen der vorgeschrittenen Jahreszeit nicht machbar wäre.

Was auch so war. Nach einem mutigen Versuch gab Lt. Bligh Befehl, umzudrehen Richtung Kap der guten Hoffnung. Sie segelten zum Kap der guten Hoffnung, um die Südküste Australiens und Neu Seelands und nord nach Tahiti, wo sie am 26. Oktober 1788 ankamen.

Sie blieben fast fünfeinhalb Monate auf Tahiti, sammelten die Pflanzen ein und setzten am 4. April 1789 die Segel zu den West Indischen Inseln.

Am 28. April 1789 meuterte ein Teil der Mannschaft unter der Führung von Fletcher Christian und übernahm die Kontrolle über die Bounty. Sie setzten Lt. Bligh und 18 Andere im Beiboot "Launch" aus, gerade mit genug Proviant um eine nahe gelegene Insel zu erreichen.

Aber die Eingeborenen der Insel waren unfreundlich. In der Tat hat Bligh einen von ihnen früher einmal Beleidigt. Siehe hier: Insulaner Nageete. 
Sie sind entkommen und haben einen Mann verloren, wenig Proviant gefunden und bei der Flucht einiges was sie bereits hatten, verloren.

Ohne viel Wahl zu haben setzten sie Segel über 5800 Kilometer weitestgehend unbekannten Ozeans nach Timor, wo sie hofften eine europäische Siedlung zu finden. Immernoch eine der heroischsten offenen Bootsreisen der Historie (aber nicht die einzige in dieser Geschichte).

Unterdessen haben die Meuterer die Bounty zu einer Insel namens Tubuai, südlich von Tahiti gesteuert, um einen Platz zum siedeln zu finden wo sie wohl nicht entdeckt werden. Nach Erkundung der Insel kehrten sie für Versorgungsgüter nach Tahiti zurück. Wieder zurück in Tubuai begannen sie ein Fort zu bauen, das sie patriotisch "Fort George" nannten.

Nach fast drei Monaten Anstrengung, Ärger mit den Eingeborenen und Streit untereinander einigten sie sich das Vorhaben aufzugeben und kehrten nach Tahiti zurück.

Dort angekommen trennten sie sich; neun, unter ihnen Fletcher Christian, blieben auf der Bounty und die verbliebenen 16 versuchten ihr Glück auf Tahiti. Güter die nicht für das segeln des Schiffes nötig waren wurden gerecht und zu gleichen Teilen geteilt.

Fletcher, seine acht Kollegen und ein paar eingeborene Männer und Frauen (einige freiwillig, andere nicht) segelten fort und niemand hörte mehr von ihnen bis, viele Jahre später (1808), ein amerikanischer Wahlfänger über die Überlebenden auf den Pitcairn Inseln gestolpert ist.

Unterdessen haben die Meuterer auf Tahiti Kinder gezeugt, einen Schoner gebaut, eine anthropologische Arbeit über die Insel und deren Bewohner erstellt, ein Wörter- und Grammatikbuch über die Sprache erstellt, bei ein paar Kriegen unter den Einheimischen mitgemacht und die Geschichte der Insel für immer verändert. Einer hat einen anderen ermordet und wurde darauf selbst von den Eingeborenen getötet.

Zurück in England wurde Kapitän Edwards mit der H.M.S. Pandora in die Südsee geschickt "…um zu versuchen das oben genannte bewaffnete Schiff aufzuspüren und den oben genannten Fletcher Christian und seine Gefolgsleute (eine Liste dieser herhalten sie hiermit), oder so viele von ihnen wie überlebt haben und sie im Stande sind zu finden, festzunehmen und nach England zu bringen…"

Edwards segelte nach Tahiti ohne Störung, landete auf Tahiti, und hat die 14 überlebenden Meuterer sofort festnehmen können. Er konfiszierte den Schoner der Meuterer, hat ihn mit passenden Segeln und Takelage ausrüsten lassen und besetzte ihn mit dem Assistenten des Masters (damals 1 Rang unter Leutnant aber voll ausgebildet im Führen eines Schiffes) Oliver, ein Midshipman (heute Leutnant zur See, damals 1 Rang unter Master) ein Steuermannsmaat und sechs Matrosen. Von den Meuterern "Resolution" genannt, hat er (Edward) sie umgenannt in "Matavy" Tender, und nahm sie mit um die umliegenden Inseln abzusuchen.

Edwards segelte in die falsche Richtung. Er hat eine Rah gefunden mit dem Aufdruck "Bounty's Driver Yard", aber keine Bounty, keine Meuterer.

Er verlor die Jolle des Schiffes mit Midshipman John Sival und vier Matrosen. Einer von ihnen der Sohn des Bootsmannes. Von ihnen wurde nie wieder was gehört.

Die Pandora und der Matavy Tender haben sich verloren. Er hat die Umgebung zwei Tage gründlich abgesucht, die Suche Nach der Bounty dann abgebrochen um nach Annamooka zu segeln, ihren Rendevouz Punkt. Aber nach einer gewissen Wartezeit hat er sie als verloren aufgegeben und die Suche nach der Bounty wieder aufgenommen.

Sie war aber nicht verloren. Oliver und seine Mannschaft sind auch nach Annamooka gesegelt, aber ohne Karten und mit wenig Erfahrung (Oliver war 19 als er auf der Pandora anheuerte) landeten sie auf der falschen Insel. Und gerade als sie sich verloren war die Proviantauffrischung an Deck der Pandora.

Die Pandora gab die Suche auf und drehte ab, nach Hause.

Oliver und seine Mannschaft gaben es auf zu warten, stockten ihre kleine Bark auf mit Kokosnüssen und Yamswurzeln und starteten ihre eigene heldenhafte Reise. Keinen Durchgang durch das Great Barrier Reef findend, manövrierten sie das Schiff quasi manuell herüber. Sie übertrafen dabei Bligh. Zum einen starteten sie aus weiterer Entfernung, zum anderen trafen sie südlich von Timor ein Schiff, dessen Kapitän ihnen deine Seekarten zeigte und sie ließen Timor aus und segelten nach Surabaya in Java. Dort war es keine Überraschung, dass die lokalen Behörden den Verdacht hatten, sie seien die Meuterer. Schließlich passten sie auf die Beschreibung und ihr Boot war aus tahitianischem Holz gebaut und Oliver, ein Assistent des Masters, hatte keine offiziellen Befehle, außer einer Notiz von Kapitän Edwards.

Die Pandora wurde nicht per Hand über das Riff geführt. Beim Versuch einen Durchgang zu finden lief sie auf ein Riff und sank. Es ertranken 31 von der Mannschaft und vier der Gefangenen, zwei davon in Handfesseln.

Vier der Boote des Schiffes wurden gerettet und sie versammelten sich ein paar Tage auf einer Landzunge und setzten dann Segel nach Coupang in Timor.

Oliver und seine Mannschaft konnte den lokalen Gouverneur überzeugen sie mit Eskorte nach Batavia weiter zu lassen. Sie erreichten Semarang, Java.

In Coupang hat Edwards für seine Mannschaft auf dem dänischen Schiff Rembang eine Mitfahrt nach Batavia arrangiert.

Sie kamen in Semarang, Java einen Tag nach der Matavy Tender an. Das Wiedersehen "verursachte große Freude."

Wie Bligh hat auch Edward in Batavia weitere Leute durch Krankheiten verloren, aber kam an Ende mit der verbliebenen Mannschaft und seinen zehn Gefangenen zurück nach England.

In England wurde eine Gerichtsverhandlung für die zehn Gefangenen abgehalten. Vier wurden freigesprochen, fünf zum Tode verurteilt, einer, der einzige mit Anwaltlichem Beistand, bekam was man heute engl. einen "Mistrial" nennt (vermutlich war keine einstimmige Entscheidung zu erzielen). Von den Verurteilten wurden zwei begnadigt und drei gehängt.

Als Bligh zurück in England war hat er eine Zusammenfassung über die Meuterei und die Reise in der Launch veröffentlicht, wodurch er in der Öffentlichkeit als Held gesehen wurde. Zwei Jahre später folgte Ein Buch über die gesamte Reise und mit einer Erzählung über die Meuterei und die Reise in der Launch. Er war immer noch hoch angesehen, als Edward Christian, der Bruder von Fletcher Christian der Professor der Rechtswissenschaften war, zwei Jahre nach den Gerichtsverhandlungen Steven Barney, Muspratt's Verteidiger bei den Gerichtsverhandlungen, überreden konnte, seine (Fletchers) Protokolle zu veröffentlichen zu denen er, Edward, einen Anhang verfasst hat. Dadurch begann sich die öffentliche Meinung zu Bligh zu drehen.

Von den Meuterern die nach Pitcairn gingen wurden sechs ermordet, einer hat im Suff Selbstmord begangen und zwei starben eines natürlichen Todes. Ungeachtet der Gewalttätigkeiten haben sie eine Kolonie gegründet mit einer eigenen Geschichte.

 


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